Berlin - Wann immer in den letzten 50 Jahren der Name Hans Küng in der Öffentlichkeit genannt wurde, geschah dies selten ohne das erläuternde Attribut Kirchenkritiker. Als sei es eine Art Berufsbezeichnung, wurde ihm dadurch nicht selten auch Anerkennung von Menschen entgegengebracht, die der katholischen Kirche eher mit großer Skepsis gegenüberstehen. Der besondere Rang des Schweizer Theologen Hans Küng aber ging aus der intensiv erlittenen Tatsache hervor, dass er das Erscheinungsbild der Kirche nicht von außen kritisierte, sondern ihr mit intimer Kenntnis und subtiler Genauigkeit begegnete.

Hans Küng galt als einer der fähigsten europäischen Theologen, dem in Kirchenkreisen nicht wenige eine ähnliche Karriere zugetraut hatten wie dem Regensburger Kollegen Joseph Ratzinger, der schließlich als Benedikt XVI. zum Papst gewählt wurde. Anders als dieser aber versuchte Hans Küng nicht, die Kontrolle über Glaubensfragen zu gewinnen, sondern er haderte zeitlebens mit dem konfliktgeladenen Wechselspiel aus institutioneller Ordnung und theologischer Wahrhaftigkeit.

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