KiKA-Moderator Matondo Castlo gefeuert: Dies sendet das völlig falsche Signal

Im August erschien ein Bild-Bericht, wo Matondo Castlo vorgehalten wurde, auf einem israelfeindlichen Festival gewesen zu sein. Jetzt wurde er entlassen. 

Matondo Castlo, als er noch bei KiKa moderierte
Matondo Castlo, als er noch bei KiKa moderierteKIKA

„KiKa-Moderator demonstriert mit Israel-Hassern.“ Unter dieser Überschrift berichtete die Bild im August über den KiKa-Moderator Matondo Castlo. Bild schrieb: „Als Moderator des ‚KiKa-Baumhauses‘ soll er Hunderttausende Kleinkinder auf die Nacht einstimmen, ihnen Wissen und Werte vermitteln – doch in seiner Freizeit nimmt er gerade an dem israelfeindlichen Jugend-Festival Farkha im Westjordanland teil.“

KiKa stellte Castlo infolge dieses Berichts frei, jetzt hat Castlo auf Instagram die Entscheidung des Senders veröffentlicht, die Zusammenarbeit „nicht mehr zu aktivieren“. Seitens KiKa heißt es: „Als Haus haben wir uns nach gewissenhafter Abwägung gegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Matondo Castlo entschieden.“ Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen könne man derzeit keine weiteren Informationen abgeben. Der Fall erinnert in mehreren Hinsichten an den Fall der vom WDR 2021 vorauseilend gekündigten Journalistin und Ärztin Nemi El-Hassan.

Die Entlassung sendet nicht nur deshalb ein falsches Signal, weil Castlo als erster schwarzer KiKa-Moderator eine wichtige Vorbildfunktion einnimmt, sondern auch, weil sie in einem Kontext steht, in dem zivilgesellschaftliches Engagement in Israel/Palästina zunehmend kriminalisiert wird – etwa im Fall der palästinensischen Menschenrechtsorganisation Al-Haq und fünf weiterer palästinensischer NGOs. Die UN verurteilten diese Entwicklung in diesem Jahr scharf. Wenn Deutschland seine Verantwortung für Israel ernst nimmt, muss dies auch beinhalten, zivilgesellschaftliche Kräfte in Israel und Palästina zu stärken – anstatt dazu beizutragen, sie zu tabuisieren. Insbesondere mit Blick auf die rechtsextreme Regierungskoalition, die sich in Israel gerade abzeichnet.

Das Farkha-Festival in der Westbank, an dem Castlo teilnahm, ist ein Grassroots-Festival von zivilgesellschaftlichen Kräften, wo Lesungen und Touren durch die Westbank stattfinden, um die Lebensrealität von Menschen vor Ort begreifbar zu machen. Es richtet sich gegen israelische Besatzung, ist aber auch Dorn im Auge islamistischer Kräfte, weil Männer und Frauen dort gemeinsam tagen. Bei der Demonstration, deren Teilnahme Castlo vorgeworfen wird, handelte es sich um eine Demo gegen – international verurteilte – Siedlungspolitik. Castlo selbst betonte in einem Statement, auf keiner Seite zu stehen: „Ich wollte mit meiner Teilnahme an der Demonstration kein politisches Statement abgeben und mich erst recht nicht gegen Israel positionieren.“ Er habe die politische Brisanz unterschätzt.