Berlin - Eine Sache, die ich ungeheuer faszinierend finde an den Niederländern, ist ihre bedingungslose Liebe für alles Amerikanische. Besonders eindrucksvoll zeigte die sich mal wieder bei der Amtseinführung von Joe Biden, auf die man sich hierzulande freute, als wäre es die Mondlandung.

Und obwohl die Niederländer in zwei Wochen eine eigene Regierung wählen sollen, beherrscht der Beginn der neuen US-Präsidentschaft weiterhin die Schlagzeilen, genauer das Gedicht „The hills we climb“, das die schwarze Dichterin Amanda Gorman vorgetragen hat, und noch genauer gesagt: dessen Übersetzung ins Niederländische. Es ist nämlich so: Direkt nach dem Vortrag (bei dem ich übrigens die etwas weltentrückt anmutenden Gesten, mit der Gorman ihre Verse in die Welt schickte, wesentlich interessanter fand als die blumigen Verse selbst) wurden weltweit die exklusiven Übersetzungsrechte höchstbietend versteigert. Für den deutschsprachigen Raum wurde der Hamburger Traditionsverlag Hoffmann und Campe mit der Erklimmung jener Hügel betraut, deren sehr erfolgreiche Erstbesteigung durch die Biografien von Michelle und Barack Obama in den letzten Jahren keiner Verlegerin weltweit entgangen sein dürfte.

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