Die Leipziger Hochschule für Gestaltung und Buchkunst hat dem Professor für Typografie Ludovic Balland eine fristlose Kündigung ausgesprochen. Dies geht aus einer Stellungnahme der Hochschulleitung auf der Website der Hochschule hervor. Demnach seien Ende Oktober 2020 über die Gleichstellungsbeauftragten „gravierende“ und „detaillierte“ Beschwerden über das Verhalten von Balland an die Leitung der Schule gemeldet worden. Das Rektorat habe unter Hinzuziehung externer Experten die Beschwerdeprotokolle auch unter rechtlichen Gesichtspunkten bewertet und sich für eine fristlose Kündigung entschieden. Der 1973 in der Schweiz geborene Grafikdesigner Balland habe diese akzeptiert, womit sie rechtswirksam wurde.

Der Rektor entschuldigt sich bei den Betroffenen

In der Stellungnahme  entschuldigt sich der Rektor Thomas Locher bei den Betroffenen, weiter heißt es: „Die HGB ist ein Ort, an dem sich Studierende und Lehrende sowie alle anderen Hochschulangehörigen mit Respekt und ohne Angst begegnen können sollen. Unterstützt durch externe Expert*innen arbeiten wir an einer Verbesserung der bestehenden Konzepte zu Gendergerechtigkeit, Inklusion und Diversität an der HGB. Daneben haben wir einen intensiven internen Prozess in Gang gesetzt, um den Fall weiter aufzuklären und Maßnahmen zur Erhöhung der Sensibilität für ebensolche Situationen zu entwickeln.“

Laut einem Interview der Kunstzeitschrift Monopol mit Locher und dem HGB-Professor, Benjamin Meyer-Krahme habe es vor der Berufung von Ludovic Balland Äußerungen seitens HGB-Studierender gegeben, in denen sie die Integrität des Kandidaten bezweifelt und ihre Sorge gegenüber einer möglichen Berufung zum Ausdruck gebracht hätten. „Die Hochschule ist diesen Hinweisen nachgegangen, allerdings kamen keine belastbaren Informationen zum Vorschein“, so Meyer-Krahme. „Dennoch: Ich würde hoffen, dass sich so eine Geschichte 2021 nicht wiederholen würde.“

Zu den Vorfällen selbst wird, um die Betroffenen zu schützen, keine konkretere Auskunft gegeben.