„Und was ist ihr jüdisches Berlin?“ – So lautete der Aufruf, den die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum im Frühjahr 2021 an alle Berliner richtete. Der Schauspieler Ilja Richter – die Älteren kennen ihn als Moderator der ZDF-Sendung Disco – hat eine vergilbte Quittung über 200 Reichsmark geschickt, die 1944 ein gewisser Willy Schöne an Eva Basch sandte. Eva Basch war eine jüdische Schauspielerin und Ilja Richters Mutter. Und Willy Schöne, so schreibt Richter, war der Steuerberater und ein Freund der Familie, der seine  Mutter unterstützte, als sie in der Nazi-Zeit unter falschem Namen von Stadt zu Stadt flüchtete. „Unsere Mutter überlebte nur mit seiner Hilfe.“ Im Nachkriegsdeutschland habe Willy Schöne weder Anerkennung noch finanzielle Kompensation erhalten. „Wirtschaftlich geschädigt und seelisch gedemütigt starb der Retter unserer Familie 1958 in Berlin.“

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