Die Journalistin Susanne Kaiser beschäftigt sich schon länger mit Incels und anderen „Maskulinisten“. Incel ist die Kurzform für involuntary celibate, zu Deutsch: unfreiwillig enthaltsam. So nennen sich Männer, die ihre hasserfüllte Weltsicht mit sexuellen Frustrationen begründen. In den USA gab es mehrere Tötungsdelikte mit klaren Verbindungen zur Incel-Szene, auch bei Attentätern  wie in Christchurch oder Hanau gibt es eine Nähe zu deren Motiven. In ihrem Buch „Politische Männlichkeit“ beschreibt Susanne Kaiser Vorstellungswelten, Erscheinungsformen und Überschneidungen der Incels mit der rassistischen Alt-Right-Bewegung in den USA, mit rechtspopulistischen Parteien und anderen Organisationen in Europa. Sie zeigt, wie solche Gruppen eine Renaissance des starken Mannes propagieren: Politikerinnen werden bedroht und angegriffen, Abtreibungsgesetze verschärft, LGBTIQ-freie Zonen beschlossen. Das sehr informative Buch plädiert entschieden dafür, mit „Männlichkeit“ begründete Dominanzansprüche erheblich ernster zu nehmen als bisher.

Vom Sturz des Patriarchats

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