Berlin - Die Berliner Schauspielerin Jella Haase („Fack ju Göthe“, Volksbühne) hat sich Gedanken gemacht und sogleich neugierige Abnehmer dafür gefunden. In dem Magazin Zeit Verbrechen äußerte sie sich gerade zur deutschen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Sie teile deren Grundgedanken, die Kapitalismuskritik. „Der ausufernde Kapitalismus und die Märkte“, so die 28-jährige Haase, „müssten gesetzlich besser reguliert, Konzerne wie Amazon und Google ganz anders besteuert werden.“

Es fällt schwer, Haases Bemerkung nicht sogleich ins Lächerliche zu ziehen, so absurd scheint der Gedanke, dass die politischen Morde der RAF im Dienst einer behutsamen Marktregulierung gestanden haben könnten. Als Meinungsäußerung steht Haase eine Idealisierung der RAF natürlich frei. Sie setzt sich allerdings des Verdachts aus, über ein naiv-verzerrtes Bild des bundesrepublikanischen Linksterrorismus zu verfügen. Historisch gesehen steht Haase nicht allein, die RAF hatte seinerzeit viele sogenannte Sympathisanten bis weit in die bürgerliche Mitte hinein.

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