Der illiberale Geist der internationalen Boykottbewegung BDS, die sich die politische, wirtschaftliche und kulturelle Isolation des Staates Israel zum Ziel gesetzt hat, kann nicht in Zweifel gezogen werden. 2018 diente ein Reisekostenzuschuss der israelischen Botschaft von wenigen Hundert Euro zur Begründung für die Absage mehrerer Teilnehmer des Berliner Festivals Popkultur. Bereits zuvor hatte die britische Band Radiohead einen sich über Monate hinziehenden Shitstorm über sich ergehen lassen müssen, weil sie auf der Durchführung eines geplanten Konzertes in Tel Aviv bestand. An der Kampagne gegen Radiohead beteiligten sich auch zahlreiche prominente Musikerkollegen, der BDS konnte in den vergangenen Jahren gerade auch auf starke Unterstützung aus Künstlerkreisen rechnen. Ein wesentliches Merkmal der BDS-Aktivitäten besteht denn auch in der Verschließung von Diskursräumen, der Aufruf zum Boykott kann jedenfalls kaum als Einladung zum ergebnisoffenen Gedankenaustausch missverstanden werden.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.