Berlin - Wie schwierig es war, in der deutschen Nachkriegsgesellschaft über Flucht und Vertreibung zu schreiben und zu sprechen, musste der Schriftsteller Theodor Buhl auf quälende Weise erfahren. 1936 im niederschlesischen Bunzlau geboren, hatte er die Fluchterfahrungen seiner Familie in dem Ende der 80er-Jahre fertiggestellten Roman „Winnetou August“ aus der Perspektive eines Kindes niedergeschrieben, aber es dauerte mehr als 20 Jahre, ehe der Roman den Weg in die Öffentlichkeit fand.

Die Gründe für die lange Ablehnung waren keineswegs literarischer Natur. Die Zeit sei nicht reif für solch ein Buch, bekam der Autor, der sein Geld als Kunstlehrer vierdiente, selbst von wohlmeinenden Verlagsleitern und Lektoren immer wieder zu hören. Zu spät, das Thema sei durch, befanden andere. Die gesellschaftspolitische Verdrängung erstreckte sich, wie Buhls Fall zeigt, nicht zuletzt auf die Literatur, von der man doch unverhoffte und offene Wege zur historischen Wahrheit erwartet.

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