Berlin - Es ist noch nicht allzu lange her, dass Deutschland als neues Musterland in Europa wahrgenommen wurde. Und das galt nicht nur hinsichtlich der wirtschaftlichen Effizienz und organisatorischen Geradlinigkeit, sondern gerade auch mit Blick auf Lebensstilfragen. Plötzlich cool und locker, darauf musste man erst einmal kommen.

Deutschland, so der Eindruck spätestens nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land, war plötzlich beliebt in der Welt. Die Skepsis über einen neu erwachten deutschen Patriotismus wich zeitweilig sogar einer gewissen Begeisterung, die sich insbesondere in den Zuzugszahlen junger Europäer ausdrückte, die zum Studieren nach Berlin und München wollten, oder bereit waren einen Job anzunehmen, selbst wenn andernorts mehr zu verdienen war. Auch junge Israelis ließen sich bevorzugt in Berlin nieder, obwohl die Erfahrung des Holocaust und die mörderische Schuld der Deutschen doch in beinahe jeder jüdischen Familie ihre Spuren hinterlassen hatte. An die Stelle berechtigter Skepsis waren Neugier und Zutrauen gerückt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.