Olympische Spiele waren bis etwa 1996 meist Anlass zur Freude: Milliarden flossen in die städtischen Infrastrukturen – München etwa hätte ohne die Spiele von 1972 wohl nie eine U-Bahn erhalten. Die Sportanlagen wurden modernisiert, oft vollkommen neu gestaltet, sensationelle Architekturen wie die Stadien in Amsterdam, Helsinki, Berlin oder Tokio entstanden, das Münchner Olympiagelände ist bis heute eine Sensation auch der Grünplanung. Die Bauten waren oft der Anlass zu ästhetischen und konstruktiven Experimenten. Oft konnten sie nach den Spielen als Wohnviertel weiter genutzt werden.

1988 zerbrach diese seit dem Bau des Stadions in Stockholm 1912 durchgehaltene Tradition der olympischen Architekturpolitik. Das Olympische Komitee vergab die Veranstaltung für 1996 ruchlos an Atlanta, das mit einem bis dahin undenkbar kommerzialisierten Programm und banalsten Architekturen Athen ausstach, wo man eigentlich schon sicher war, das 100. Jubiläum der Spiele feiern zu können. Allzu viel hatte Atlanta nicht von diesem Ereignis: Die meisten Bauten jener „Coca-Cola-Spiele“ wurden nach deren Ende wieder abgerissen.

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