Berlin - Die Aufarbeitung der Verfolgung Homosexueller zur NS-Zeit ist für die queere Community identitätsbildend – teils jedoch gegen die historische Faktenlage. So argumentierte der Historiker Alexander Zinn in einem kürzlich erschienenen Beitrag in der Berliner Zeitung. Der Rosa Winkel, der zur Kennzeichnung Homosexueller in Konzentrationslagern benutzt wurde, sei fälschlicherweise zum Symbol positiver Identifikation avanciert. Auf dem Spiel stehe letztlich die Glaubwürdigkeit der queeren Szene. Der Historiker Lutz van Dijk reagierte darauf mit einem Beitrag im Tagesspiegel, wo er warnte, in der Bewertung der Faktenlage allein mit NS-Kriterien zu operieren – dies würde das Erinnern an queere Opfer nachhaltig behindern. Wir haben Alexander Zinn und Lutz van Dijk zu einem Streitgespräch via Zoom gesprochen.

Herr Zinn, Herr van Dijk, worin bestehen in Ihren Augen die größten Herausforderungen queeren Erinnerns im Jahr 2021?

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