Berlin - Angesichts der Begeisterung über die wieder in altem Glanz erstrahlende Neue Nationalgalerie auf dem Berliner Kulturforum ist eine kleine Veränderung nahezu unbemerkt geblieben. Seit 1969 stand auf dem Vorplatz des Kunsttempels aus Glas und Stahl eine Mobile-Skulptur des amerikanischen Bildhauers George Rickey, deren „Vier Viertel im Geviert“, so der Titel, sich sanft im Berliner Wind hin und her bewegten. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten ist sie verschwunden, demnächst soll sie an anderer Stelle im Skulpturengarten wieder errichtet werden.

Die Rickey-Skulptur hatte einst Werner Haftmann für die Neue Nationalgalerie erworben, der zwischen 1967 und 1974 deren Direktor war und zuvor neben Arnold Bode zu den entscheidenden Köpfen in der Gründungsphase der Documenta gehörte. Vor dem Hintergrund seines Kasseler Wirkens ist zuletzt intensiv über Haftmanns erst spät entdeckte Verstrickung in das NS-Regime berichtet worden. Vor wenigen Wochen war der Historikerin Karin Wieland und Heinz Bude, dem Direktor des Documenta-Instituts in Kassel, der Nachweis zu führen gelungen, dass Haftmann bereits vor 1933 Mitglied der berüchtigten SA war.

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