Die Aktion hatte einigen Wirbel verursacht. Das Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) hatte die AfD im Bundestagswahlkampf mit einem eigens gegründeten „Flyerservice Hahn“ getäuscht und der Partei angeboten, Werbematerial für sie zu verteilen. Stattdessen sammelte der gefakte Dienstleister nach Angaben des ZPS die etwa fünf Millionen Flyer von verschiedenen Kreisverbänden der Partei nur ein, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Das war im September. In diesen Tagen werden die Flyer laut einer Mitteilung des ZPS entsorgt.

Dazu wurden laut ZPS am Mittwoch rund 30 Tonnen des Werbematerials aus einem Zwischenlager in Ludwigsfelde zu einem Unternehmen für Aktenvernichtung in Eisenhüttenstadt geliefert. Die Entsorgung soll etwa zwei Tage dauern. Was aber entsteht in Zeiten des Nachhaltigkeitsgebots und der geschlossenen Wertstoffkreisläufe aus den AfD-Flyern?

Eisenhüttenstadt ist ein Mekka des Recycling, wie man bei Google erfährt, es gibt in der Grenzstadt an der Oder mehrere Unternehmen, die Entsorgungscontainer zur Verfügung stellen, aber vor allem eines, das auf Aktenvernichtung spezialisiert ist. Auf dessen Webseite heißt es: „Im Regelfall werden aus Ihren Altakten Tissuepapiere für Küchenrollen oder Toilettenpapiere hergestellt.“ AfD-Werbung zu Klopapier also? Es ist zumindest wahrscheinlich und wäre ganz im Sinne der Künstleraktivisten.