Vor einem Jahr erschien mein Buch „Multidirektionale Erinnerung“ in deutscher Übersetzung, zwölf Jahre nach dem Erscheinen des Originals. In der englischen Fassung war es als Teil der „dritten Phase“ (Astrid Erll) der Gedächtnisforschung rezipiert worden. Es ging dabei darum, das Verständnis des kollektiven Gedächtnisses zu erweitern, das aus den einflussreichen Arbeiten der ersten Phasen erwuchs, zu deren Schlüsselpersonen der Soziologe Maurice Halbwachs und der Historiker Pierre Nora gehören. Anstelle der statischen, nationenbasierten und kulturell homogenen Konzeption von Erinnerung, die Noras Projekt „lieux de mémoire“ zugrunde lag, wurde das Gedächtnis in dieser dritten Phase als dynamisch bezeichnet: als transnational, transkulturell und pluralistisch. Mein Buch „Multidirektionale Erinnerung,“ das das Zusammenspiel von Erinnerungen an den Holocaust, Kolonialismus und Sklaverei in einem transnationalen Raum verfolgt und Schwarze und Juden miteinander verbindet, wurde schnell zu einem wichtigen Bezugspunkt in Debatten über das kollektive Gedächtnis.

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