Der Sänger Drangsal.
Foto: imago images / Votos-Roland Owsnitzki

Man ist ja mit wenig zufrieden derzeit, derart desaströs ist das Bild, das die junge deutschsprachige Popmusik in diesem Frühjahr so bietet. Ich persönlich laufe deswegen schon seit Wochen meist nur noch mit buschigen Petersilie-Sträußen im Gehör durch die Gegend, und wenn ich sie mal herauszupfe, dann höre ich wahlweise neobiedermeierliche Klampfenmusik von jungen Männern mit Klaus-Lage-Krächzstimme, die in ihrem Leben keine schönere Utopie kennen als mit Mitte 20 mit ihrer Freundin eine sanierte Altbauwohnung in einem bevorzugten Viertel zu beziehen (AnnenMayKantereit) oder auch ranzigen Bahnhofskneipen-Dialektrock von pseudoironischen Wifebeater-Hemdträgern, deren tollste Marketingidee im Moment allen Ernstes eine lustige „Bussi“-Kreuzfahrt mit ihren Fans über das Mittelmeer ist (Wanda), wogegen die gegenwärtig erfolgreichste junge deutsche Popsängerin, das Dieter-Bohlen-Gezücht Vanessa Mai, fast schon glamourös, intelligent und moralisch integer erscheint. Es ist wirklich zum Heulen.

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