BerlinAm 6. Mai 1986 wird im Außenministerium der DDR das Kulturabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten unterzeichnet. Dreizehn Jahre lang ist verhandelt worden, jetzt öffnen sich bislang verschlossene Tore. Auch das ZDF will Nägel mit Köpfen machen und zum ersten Mal direkte Aufträge ans Defa-Studio für Dokumentarfilme vergeben, ohne private Produzenten dazwischenzuschalten. Defa und Hauptverwaltung Film zeigen sich offen, immerhin locken Deviseneinnahmen.

So bittet die ZDF-Redaktion „Kleines Fernsehspiel“ junge Ost-Berliner Filmemacher um Vorschläge. Redakteurin Dagmar Benke spricht vom „Bedürfnis, die DDR, die wir oft so gut zu kennen glauben und die uns doch immer wieder fremd vorkommt, aus einer anderen Perspektive kennenzulernen: alltäglich, von innen heraus“. Aus den Einreichungen filtert der Mainzer Sender zwei Projekte: Petra Tschörtner dreht „Und die Sehnsucht bleibt“ über drei junge Berliner Mütter, die ihre Kinder allein erziehen und ihre Wünsche, Ängste, Sehnsüchte vor der Kamera formulieren. Und Andreas Voigt porträtiert in „Leute mit Landschaft“ die Bewohner kleiner Dörfer zwischen Elbe und Havel. Das ZDF stellt 16-mm-Filmmaterial und Kopierwerksleistungen zur Verfügung. Anfang 1988 sind die Filme abgedreht.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.