Er könne sich gut vorstellen, auch mal in einer Soap zu arbeiten, hat Paul Janke aus Winterhude den Journalisten gesteckt. Seine erste Fernsehrolle will der „Mr Hamburg 2008“ auch als Visitenkarte für weitere TV-Auftritte verstanden wissen. Und tatsächlich hat er den „Bachelor“ für RTL ja in den letzten acht Wochen auch bravourös gegeben. Statt wie sein Vorgänger Marcel vor neun Jahren eher authentisch stoffelig und gequält untelegen in die allgegenwärtige Kamera zu gucken, war Paul für RTL in jedem Fall der „Mr. Right“. Ein Mann wie Ken zwischen zwanzig Barbies – schöner hätte man den Tele-Jungesellen kaum auswählen können.

Im groß angekündigten, aber dankbar klein inszenierten Einstunden-Finale musste sich Paul nun noch zwischen seinen beiden letzten Herzensdamen entscheiden. Vorgeblich um dem armen Mann die Entscheidung zu erleichtern, reisten Pauls große Schwester Anna und die mütterliche Freundin Gaggi eigens aus Deutschland an, um die Kandidatinnen zu begutachten. Wenig unerwartet fanden sie beide Frauen nett und sympathisch. „Wellenlänge“ war überhaupt das wichtigste Wort der ganzen Show, die trotz mehrfach wiederholter Fernsehküsse so sexy wirkt wie ein Clerasilstift.

Aber genau darum geht es ja: blütenreine Mädchenträume und eine Traumkulisse, die so geschmacksunsicher eingerichtet ist, dass sich Fräulein Jedermann vor dem Fernsehgerät nicht für ihre Pocco-Domäne-Einrichtung schämen muss. Aus der harschen Kritik der ersten Staffel hat RTL die richtigen Konsequenzen gezogen: Das Vermählungsversprechen mit Ring und Treueschwur hat man sich diesmal gespart (zur Erinnerung: Die angeblich so leidenschaftliche Verbindung zwischen dem ersten Bachelor uns einer Rosendamen hatte nicht einmal bis zum „großen Wiedersehen“ gehalten).

Nun wird mit der Ausstrahlung des Finales gleich das „Leben danach“ offensiv mitbeworben: Paul, längst von den Dreharbeiten wieder nach Hamburg zurückgekehrt, darf ohne gegen Verschwiegenheitsklauseln zu verstoßen, der Presse berichten, dass er weder die ausgewählte Anja, noch die verstoßene Sissi bislang wieder gesehen hat. Er durfte nämlich bis zur Ausstrahlung der letzten Folge an diesem Mittwoch laut Vertrag überhaupt gar keine Mädchen treffen. Wohl, um nicht aus Versehen einen echten Eindruck im falschen zu hinterlassen.