Bewohner des Berliner Hausprojekts „Liebig 34“ führen ein Theaterstück vor dem Haus in der Liebigstraße 34 auf, um ihre Perspektive auf die Räumungsklage darzustellen und gegen diese zu protestieren. Im Streit um eine Räumungsklage gegen die Bewohner des Hauses will das Landgericht eine Entscheidung verkünden.
Foto: dpa/Britta Pedersen

Berliner Zeitung: Lieber Herr Holm, das besetzte Haus in der Liebigstraße 34 in Friedrichshain soll am Freitag geräumt werden. Viele kennen die Geschichte der Hausbesetzungen in West-Berlin. Können Sie uns sagen, ob es auch in Ost-Berlin und in der DDR zu Hausbesetzungen kam?

Andrej Holm: Ja. In der DDR war die Wohnraumvergabe reglementiert. Deshalb haben sich einige Leute von den Vergabeverfahren freigemacht und das „Schwarzwohnen“ etabliert, also die eigenständige Belegung von leer stehenden Wohnungen. Diese Praxis wurde in der Wendezeit fortgesetzt, nun wurden auch ganze Häuserkomplexe besetzt. Ich denke da an die Häuser in der Lottumstraße oder in der Schönhauser Alle 20/21 in Prenzlauer Berg. Die Besetzenden damals haben nicht nur nach Wohnungen gesucht, sondern auch nach einer anderen Form des Zusammenlebens.

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