Als ihm sein Freund Hani Neuigkeiten aus seiner Heimatstadt Nablus berichtet, hört Midhat nur mit halbem Ohr zu, „weil er sich fragte, wie man seine eigenen Scharaden nach seinem Tod kolportieren würde, wenn er nichts mehr unter Kontrolle hätte, wenn die Details seines Lebens in den Gedanken und der Phantasie anderer ein Eigenleben gewännen“. Es ist ein rührender Moment in Isabella Hammads Roman „Der Fremde aus Paris“. Er kann für die Essenz der Hauptfigur stehen.

Für ihren Debütroman nimmt die Londonerin Hammad das Leben ihres Urgroßvaters als Vorlage. Es geht um die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem arabischen Aufstand von 1936 im britischen Palästinamandat. Sie erzählt, wie das persönliche Schicksal des Protagonisten mit dem turbulenten Schicksal des nach Autonomie strebenden palästinensischen Gebiets verwoben ist. In Palästina wird Midhat sowohl mit Zuneigung als auch mit leiser Verachtung „al-Barisi“, also „der Pariser“, genannt, nachdem er in Frankreich Medizin studiert hat und nach Hause zurückgekehrt ist.

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