Berlin - Über Julianne Moore könnte man viele gute Dinge sagen. Wie wandelbar sie ist, wie toll sie sich anzieht, wie feinsinnig und klug sich ihr Humor ausnimmt. Ihr enormes Spektrum als Schauspielerin zeigte sich zum Beispiel in einem der Kultfilme der späten 90er-Jahre. In „The Big Lebowski“ hat Moore einen furiosen Auftritt als feministische Künstlerin Maude Lebowski, die dem unerschütterlichen Dude, gespielt von Jeff Bridges, ebenso unerschütterlich ihre ausgefeilte Maltechnik erklärt, bei der sie nackt und pinselschwingend an einer Drahtseilkonstruktion über die Leinwand saust. Ihre Kunst, erklärt sie dem verdatterten Atelierbesucher, sei stark vaginal geprägt, was einige Männer störe.

Kann denn irgendjemand noch cooler sein als der Dude, die männliche Hauptfigur in dieser abgedrehten Gebrüder-Coen-Komödie? Oh ja: Moore spielt ihre Maude mit einer freudvollen Kaltschnäuzigkeit, verleiht ihr eine abgeklärte Strenge, da kann der Dude einpacken. Freilich erst, nachdem er mit ihr den Koitus vollzogen hat, dem Maude ein kleines Sportprogramm folgen lässt. Ob das Yoga sei, fragt der Dude, woraufhin Maude lapidar erwidert, diese Übungen erhöhten die Chance einer Empfängnis. Das lässt den Dude seinen White Russian ausspucken und den Zuschauer vor Lachen nicht mehr werden. „Worum, denkst du, geht es hier“, fragt Maude, „Spiel und Spaß?“ Sie wolle ein Kind, und bevor sich der Alt-Hippie jetzt zu sehr aufregt, dafür brauche sie natürlich keinen Partner. Für diese Rolle muss man Julianne Moore einfach lieben.

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