In diesem Standbild aus einem Video ist die „Louise Michel“, ein im Mittelmeer operierendes Such- und Rettungsschiff für Migranten, das vom britischen Straßenkünstler Banksy finanziert wird, am 17. August 2020 auf See zu sehen.
Foto: MV Louise Michel/Reuters TV/via Reuters/[M]

Banksy ist ein weltberühmter Künstler, über den wir als Person so gut wie nichts wissen. Der Brite lässt einzig seine hochdotierten, hochpreisigen Graffiti-Werke für sich sprechen. Und neuerdings auch sein Geld, es dürfte nicht wenig sein: Der Mann hat der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ein Schiff zur Seenotrettung von Geflüchteten gestiftet. Banksy bemalte es unter anderem mit dem Graffiti eines Mädchens in Rettungsweste, das einen pinken Rettungsring in Herzform hält. Benannt ist es nach „Louise Michel“, einer französischen Anarchistin aus dem 19. Jahrhundert. Wie Sea-Watch jetzt auf Twitter schrieb, nahm das Schiff bereits 89 auf dem Mittelmeer in Seenot geratene Menschen auf.

„Wir freuen uns über die pinke Verstärkung!“, schrieb Sea-Watch zu einem Foto des Schiffs. Wie der britische Guardian berichtet, ist das Schiff unter strengster Geheimhaltung beschafft worden. Banksy habe im September 2019 ein E-Mail an Pia Klemp (37) geschickt, einer Sea-Watch-Kapitänin, die in den letzten Jahren Tausende von Menschen rettete. „Hallo Pia, ich habe in den Zeitungen über deine Geschichte gelesen. Du scheinst eine knallharte Kämpferin zu sein. Ich bin ein Künstler aus Großbritannien und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht. Natürlich kann ich das Geld nicht behalten. Könntest du damit ein neues Boot kaufen oder so? Lass es mich wissen, bitte. Gut gemacht. Banksy.“

Klemp, die die Mail laut Guardian zunächst für einen Scherz gehalten hatte, glaubt mittlerweile, Banksy habe sie wegen ihrer politischen Einstellung ausgewählt. „Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes“, sagte sie dem Guardian. Sie habe allerdings deutlich gemacht, dass sich die Beteiligung des Künstlers an den Rettungsoperationen von Sea-Watch auf die Bereitstellung finanzieller Unterstützung beschränke. Es gelte hier strikte Nicht-Einmischung: „Banksy wird nicht so tun, als wüsste er besser als wir, wie man ein Schiff führt, und wir werden nicht so tun, als seien wir Künstler.“ Banksy sei gewiss auch nicht an Bord.

Die 31 Meter lange „Louise Michel“ gehörte früher den französischen Zollbehörden. Sie ist kleiner, aber wesentlich schneller als andere Rettungsschiffe. „Sie kann hoffentlich die sogenannte libysche Küstenwache überholen“, bevor diese Boote mit Flüchtlingen und Migranten erreiche und sie in die Internierungslager in Libyen zurückbringe, sagte die Kapitänin.

Prinz Harry (35) ist bekennender Feminist und macht auch sonst alles richtig. Davon ist jedenfalls seine Frau überzeugt: Herzogin Meghan (38) hat in einem Gespräch mit der US-Frauenrechtlerin Gloria Steinem über ihren Mann nur lobende Wort gefunden. Harry identifiziere sich damit, „dass man sich nicht dafür schämen muss, sich für fundamentale Menschenrechte für alle einzusetzen – und das beinhaltet natürlich Frauen“. Wenn sie ihren Sohn Archie anschaue, denke sie daran, „was für ein wunderschönes Vorbild er bekommt, indem er mit einem Vater aufwächst, für den dieser Teil seiner Selbstidentifikation so selbstverständlich ist“. Meghan scheint vor Stolz zu platzen.

Postroyales Traumpaar: Prinz Harry und Herzogin Meghan.
Foto: dpa/Chris Jackson

Das postroyale Paar, wie Harry und Meghan nach ihrer Lossagung vom britischen Königshaus genannt werden müssen, lässt also wieder von sich hören und reüssiert im weiten Feld von Gossip und Charity. Hier bauen sie sich eine neue, hoffentlich gewinnträchtige Existenz auf. Erst in der vergangenen Woche hatte die Herzogin bei einem Online-Treffen der Initiative „When We All Vote“ alle Frauen dazu ermutigt, bei der Präsidentschaftswahl in den USA im November ihre Stimmen abzugeben. In dem Gespräch mit Steinem rief sie erneut dazu auf, wenn auch indirekt. Steinem sagte: „Wenn du nicht wählst, existierst du nicht. Ich meine, es ist der einzige Ort, an dem wir alle gleich sind, die Wahlkabine.“ Meghan nickte zustimmend.

Der Prinz engagiert sich unterdessen für den Behindertensport, einem seiner wichtigsten Anliegen, rief er 2014 doch die Invictus Games ins Leben, ein paralympischer Wettkampf für kriegsversehrte Soldaten. Anlässlich seines Netflix-Debüts in einer Dokumentation über die Paralympischen Spiele drückte er nun seine Bewunderung für die Athleten aus. „Wir sind mit der wahren Stärke des menschlichen Geistes und der schieren Kraft der Gedanken konfrontiert – um zu erreichen, was die meisten für unmöglich halten“, sagte der postroyale Royal dem US-Promimagazin People. Es beweist, dass Sport viel mehr ist als eine körperliche Fähigkeit. Er ist Gemeinschaft und Kameradschaft, Ehrgeiz und Selbstwert.“

Die Doku „Rising Phoenix“ ist seit dem 26. August bei Netflix zu sehen und sollte eigentlich zeitgleich mit den Olympischen und Paralympischen Spielen 2020 in Tokio veröffentlicht werden, die wegen der Coronavirus-Pandemie jedoch auf nächstes Jahr verschoben wurden.

Juan Carlos (82) ist auch eine Art Postroyal. Bekanntlich hat Spaniens Altkönig sein Land verlassen. Nun entzog die Stadt Barcelona dem unter Korruptionsverdacht stehenden Vater von König Felipe VI. die Goldene Medaille, die sie ihm im Jahr 1992 verliehen hatte. Zudem wurden ihm weitere Auszeichnungen aberkannt. Der Antrag wurde am Donnerstag im Rathaus der katalanischen Hauptstadt angenommen. Es ist nicht die erste Abfuhr, die sich der Bourbone einhandelt: Die Stadt Gijón hatte zuvor die Umbenennung der Avenida Juan Carlos I., einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt im Norden Spaniens, angekündigt. Laut Medien erwägen weitere Gemeinden und Regionen ähnliche Maßnahmen.

Weilt im Exil: Spaniens Altkönig Juan Carlos.
Foto: AFP/Karim Sahib

Sieht nach einem unrühmlichen Ende des um seine Land und die Demokratie doch so verdienten Monarchen aus. Juan Carlos hat Spanien Anfang August heimlich verlassen. Erst nach zwei Wochen teilte das Königshaus mit, Juan Carlos sei in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist, wo er sich mutmaßlich bis heute aufhält. Er soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar an Schmiergeld für die Vermittlung zwischen dem arabischen Land und einem spanischen Baukonsortium kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität, in Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt.

Mel C (46) hat eine allemal frohe Botschaft zu verkünden: Der Spice-Girls-Star Melanie Chisholm (46), wie Mel C eigentlich heißt, hat ein erneutes Comeback der Frauenband in Aussicht gestellt. Man sei im Kontakt gewesen bei einer Pressekonferenz des Hamburger Reeperbahn-Festivals in Berlin. Die Frauen hätten es sogar geschafft, sich alle fünf zu treffen, was ein Wunder gewesen sei. Im Corona-Ausnahmezustand in Großbritannien habe keine die Ausrede gehabt, sie sei nicht da. Die Band wolle wieder zusammen unterwegs sein. „Aber das wird ein paar Jahre dauern.“

Die britische Sängerin ist beim Hamburger Reeperbahn-Festival (16. bis 19. September) Mitglied der Jury des Musikpreises Anchor. Sie komme als Musik-Liebhaberin und Unterstützerin von jungen Talenten, sagte sie. Zu ihren Jury-Kollegen gehören der Seeed-Musiker Frank Dellé und der Moderator Markus Kavka.