Der „Tag gegen Frauengewalt“ am 2. Dezember sorgte dafür, dass ein altes Thema wieder akut geworden ist. Im speziellen Fall die berühmte Missbrauch-Szene zwischen Marlon Brando und Maria Schneider in „Der letzte Tango in Paris“.

Diese Szene wurde ohne Einverständnis der jungen Französin gedreht. Dies hatte der Regisseur Bernardo Bertolucci schon im Februar 2013 bei einem Auftritt in den Niederlanden zugegeben. Seine unbegreifliche Begründung: „Ich wollte, dass Maria es fühlt, statt zu schauspielern, ich wollte die Wut und die Entwürdigung.“

Der damals 19 Jahre alten Schauspielerin Maria Schneider gelang der Durchbruch mit diesem Skandalfilm. Im Film liegt sie weinend auf dem Boden, als ihr Schauspielkollege Marlon Brando ihre Arme festhält und sich über sie beugt – zwar simulierend, aber ohne ihre Zustimmung. Die Szene hinterließ Eindruck und wirkte sehr realistisch.

Der „Daily Mail“ sagte die Schauspielerin: „Ich fühlte mich verletzt und, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen vergewaltigt, von beiden, von Marlon und von Bertolucci.“ Brando und er haben die junge Frau manipuliert, erzählt Bertolucci, und ihr psychische Gewalt angetan: „Ich fühle mich deshalb schuldig.“

Die Schauspielerin habe ihm stets vorgeworfen, ihr mit der Rolle damals die Jugend geraubt zu haben, und er frage sich, ob daran nichts Wahres gewesen sei. „Sie war tatsächlich zu jung, um den gewaltigen und unvorhersehbaren Erfolg des Films ertragen zu können.“ Bertolucci bereue sich nicht bei ihr entschuldigt zu haben. 

Bertolucci und Hauptdarsteller Brando wurden wegen „Obszönität“ zu Bewährungsstrafen in Italien verurteilt. Noch heute gilt der Tango häufig als anstößig und in manchen Ländern als pornografisch. In vielen Ländern durfte der Film nicht einmal gezeigt werden. (jme)