Das Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold.
Foto: imago images/Thomas Eisenhuth

Berlin - Eine innere Zerrissenheit, die man ihm nicht gleich anmerkt, ergibt sich bereits aus dem Namen. Der Ostwestfale scheint nicht genau zu wissen, wo er hingehört. Schließlich gibt es ja auch keine Nordsüdmenschen. Und wenn Nord und Süd doch einmal in einem Satz auftauchen, assoziiert der politisch denkende Mensch sogleich einen fundamentalen Konflikt. Der Ostwestfale indes hat sich damit arrangiert, dass die Himmelsrichtung Ost nicht im Widerspruch zu jener im Westen steht, sondern vielmehr den östlichen Raum Westfalens bezeichnet, was als historische Einheit nie allzu lange Bestand hatte. Die größte Aufmerksamkeit hat noch der Cherusker Hermann erfahren, den man sich dank Ridley Scott als einen tapferen Gladiator unter Römern vorstellen kann. Später bezeichneten die Sachsen den westlichen Teil ihres Siedlungsgebietes als Westfalen, der mittlere hieß Engern und der östliche Ostfalen. Aber so viel Eigenständigkeit schien den Stammesangehörigen nicht allzu geheuer, weshalb sich die Bezeichnung Ostfalen nicht durchzusetzen vermochte und sie es vorzogen, lieber als Ostwestfalen weiterzumachen.

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