Der neue Spiegel ist gerade im Druck, es ist Sonnabend, Zeit für einen Kaffee. Chefredakteur Georg Mascolo reagiert auf Fragen mit Gegenfragen, steckt sich eine Zigarette an, er windet sich. Schließlich gibt er zu, dass der neue Werbeslogan doof ist: „Die Konferenz, vor der Politiker zittern“. So etwas provoziert Häme, erst recht in einer Zeit, in der das Magazin nicht gerade die Hochphase seiner Nachrichtenstärke erlebt.

Es braucht sich also keiner zu wundern, dass dieses Anzeigenmotiv in der Versenkung verschwindet. Aber auch der Spot irritiert. Zu sehen ist Mascolo mitsamt Kollegen in Aktion. „Total unspiegelig“, sagt ein ehemaliger Spiegel-Haudegen. War es nicht noch vor wenigen Jahren so, dass Spiegel-Artikel ohne Nennung der Autoren erschienen? Die Redaktion war eine amorphe Masse. Der Spiegel, das war das Nachrichtenmagazin mit dem roten Rahmen. Eine Autorität, die nicht erst auf ihre Autorität hinweisen musste.

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