BerlinManche sagen, ein Vierteljahrhundert an einem Theater sei eine lange Zeit. Harald Warmbrunn spielte 50 Jahre an der Berliner Volksbühne: von 1967, als er nach seiner Ausbildung im Schauspielstudio des Staatstheaters Dresden und fünfjährigem Erstengagement aus Karl-Marx-Stadt von Karl Holàn nach Berlin ins Ensemble geholt wurde – bis zum Weggang des Jungspunds Frank Castorf im Jahr 2017.

An dessen Abschiedsabend schluffte Warmbrunn als Knut Brovik aus Ibsens „Baumeister Sollness“ über die Bert-Neumann-Bühne, beim legendären Schlussapplaus stand er nacktbeinig im weißen Nachthemd mit einem Blumenstrauß in den Händen direkt unter der Räuberrad-Fahne neben Castorf, der nur halb so lange am Haus gewirkt hatte. Wie wir nun auf der Internetseite der Volksbühne lesen müssen, ist der Ensemblespieler, der schon bei den großen Castorfiaden der 90er-Jahre „Die Räuber“, „König Lear“, „Die Nibelungen“, „Des Teufels General“ besetzt war, bereits am 18. Dezember im Alter von 87 Jahren in Berlin gestorben.

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