Zumindest nicht, vergleicht man es mit dem vitalen Wirbel seines Kollegen Barrie Koskys an der Komischen Oper. Immerhin: „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ nach Berlin zu bringen, ist eine Tat, Helmut Lachenmanns einzige Oper gilt als wichtigstes musiktheatralisches Ereignis der letzten 25 Jahre. Für diese Produktion zapft die Deutsche Oper nach dem Vorbild der Staatsoper auch den Hauptstadtkulturfonds an. Nimmt sie an, nach dem Nono-Ausflug ins Kraftwerk-Mitte erregt das keinen mehr?

Und sonst? Vielleicht ist es dekadent, wenn einen die Beiträge zum kommenden Wagner/Verdi-Jahr, „Parsifal“ oder „Rigoletto“, nicht übermäßig interessieren. Den Namen des „Parsifal“-Regisseurs Philipp Stölzl hatte man zudem schon tags zuvor in der Staatsoper von Jürgen Flimm gehört, an dessen Haus in derselben Saison Stölzls „Fliegender Holländer“ aus Basel produziert wird – Dietmar Schwarz’ voriger Wirkungsstätte. Man stutzt des weiteren bei der „Liebe zu den drei Orangen“, man stutzt bei „Peter Grimes“ – gibt es die nicht an der Komischen Oper? Von allem zu viel und überall dasselbe?

Wirkt alles recht stolprig

Nein, in diesen Fällen ist es in Ordnung, die laufenden Produktionen sind schon alt. Die Frage stellt sich dringlicher bei der neuen Spielstätte des Hauses, der Tischlerei. Ohne abgeranzten Raum für das Musiktheater der Gegenwart geht es heute auch bei der Staatsoper mit ihrer Schillertheater-Werkstatt nicht mehr; in der Tischlerei gibt es außerdem Opern für Jugendliche und Kinder.

In der Tischlerei werden der Boden und die Fenster erneuert, einen vernünftigen Eingang für den im Inneren der Verwaltung gelegenen Raum und einen Brezelstand braucht es auch, und das alles entwirft Stephan Braunfels – der auch in den anderen Berliner Opern umbaut.

Weil die Sache teurer wird als jene fünf Millionen, die die Deutsche Oper vom Senat bekommt, müssen Drittmittel eingeworben werden, deswegen verzögern sich die Umbauten, und wieder deswegen stimmen die Termine für die Tischlerei im frisch gedruckten Programmbuch schon nicht mehr.

Das wirkt alles reichlich stolprig. Anders gesagt: Im Unterschied zu jenen, die vollmundig versprechen, hat sich Dietmar Schwarz noch Steigerungsmöglichkeiten gelassen.