Gerade stand Peter Limbourg noch in Rom vor der Kamera und berichtete für Sat.1 von der Papst-Wahl. Am Freitag wird Limbourg selbst zur Wahl stehen. Erik Bettermann, seit 2001 Intendant des steuerfinanzierten Auslandssenders Deutsche Welle, ist dies nur noch bis zum 30. September. Er wird dann 69 Jahre alt sein. So Gott will, wird die Entscheidung, wer ihm folgt, auf Peter Limbourg hinauslaufen. Es sei denn, die Rundfunkräte verweigern sich dieser Wahl, die in Wahrheit keine ist.

Vor vier Wochen sagte dieser Zeitung Valentin Schmidt, der sowohl Vorsitzender des Rundfunkrats wie der eigens eingesetzten Findungskommission ist, der März-Termin sei nicht zu halten. Erst im Juni könne die Wahl stattfinden. Noch sei die Suche nicht abgeschlossen, zudem sei abzuwarten, wie sich die Bewerber präsentieren. Dafür waren Termine für Ende Februar, für den 11. März und auch für April eingeplant. Doch dann entschied die Kommission, sich mit den schon vor Wochen feststehenden Kandidaten zu begnügen: mit Angelica Netz (WDR), Stephan-Andreas Casdorff (Tagesspiegel) und Peter Limbourg (ProSiebenSat.1). Die internen Bewerber, Fernsehdirektor Christoph Lanz und die Leiterin der DW-Akademie, Gerda Meurer, wurden erst gar nicht eingeladen. Begründet wird dies hinter vorgehaltener Hand damit, dass man „die Statik der Geschäftsleitung nicht ins Wanken bringen“ wolle. Da Limbourg Ende Februar als einziger eine überzeugende Präsentation abgeliefert hat, war die Lösung schnell gefunden. Eine Lösung, die der Deutschen Welle ein Imageproblem verschaffen könnte.

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