Anfang Oktober 1989 hat selbst Erich Honecker eine Vision. Er gesteht seinen Genossen im Politbüro, er habe von einer besseren DDR geträumt, in der jeder gleich und frei leben könne, umgeben von Solidarität und Vertrauen statt von Mauern und Panzern. Wer sich hier noch wundert, merkt dann schnell, um welchen Honecker es hier geht: Um eine Bühnenfigur im Stück „Vorwärts immer!“, in dem ein Kollektiv noch heimlich und leise den Aufstand probt, während draußen das Volk schon lautstark durch die Straßen zieht.

Bühnenstar Otto Wolf (Jörg Schüttauf), kostümiert mit Hütchen und Hornbrille, beherrscht den fisteligen Honecker-Tonfall und wird plötzlich gezwungen, seine Rolle jenseits der Bühne zu spielen. Denn der echte Genosse Generalsekretär soll für die abendliche Leipziger Demonstration einen Schießbefehl gegeben haben. Den Befehl zurücknehmen kann nur noch einer: er, der Honecker-Imitator. Seine Theaterkollegen kutschieren ihn zum ZK, wo er das richtige Telefon und die richtigen Worte finden muss.

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