Für Henri Langlois, den Gründer der Cinémathèque française war die Sache noch einfach. Die Schätze aus der Stummfilmzeit, die er in den 1930er-Jahren bei fahrenden Händlern, auf Jahrmärkten und bei den großen Filmkonzernen gesammelt hatte, lagerte er in der Badewanne seiner Mutter. Er hatte eine magische Vorstellung von der Konservierung des Filmmaterials und war überzeugt, dass er es so für alle Zeiten gerettet hatte. Heutige Filmarchivare wissen, dass ihre Arbeit nur sehr wenig mit Magie, dafür aber umso mehr mit Technik, Bürokratie und Verzweiflung zu tun hat. Sie führen einen Sisyphos-Kampf gegen das Verschwinden des Filmerbes. Es ist bedroht durch die chemische Zersetzung und den Verfall des Trägermaterials sowie durch das mangelnde Interesse von Publikum, Industrie und Politik. Letztere bewies jedoch hier zu Lande vor einigen Tagen unverhoffte Einsicht.

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