Melissa kriegt alles von René Pollesch.
Foto: DT/Arno Declair

Ein wirklich denkwürdiger Abend eröffnete am Sonnabend nun auch die luftig Platz dezimierte Saison im Deutschen Theater (DT). René Pollesch stand auf dem Programm, und man hätte schwören können, dass er zur gedämpften Corona-Stimmung ein schwungvolles Kurzspektakel seines theater-revolutionären Witzes veranstalten würde. Dann aber hörte man eine so traurig-ernste Kathrin Angerer am Ende vom Verschwinden sprechen, davon, dass es besser ist, so zu tun, als wäre das, was man liebt und nicht haben kann, nie da gewesen, anstatt es ständig zu vermissen oder es durch Worte nur zu ersetzten. Man sieht sie zu tragischer Filmmusik dann die weiße Brecht-Gardine zuziehen – die leere Brandmauer dahinter erscheint noch weißer und kälter als sonst – und man muss schon zweimal schlucken. Um nicht unterzugehen, flüstert sie weiter, muss das Geliebte erst ganz untergehen, auch wir selbst. Und Aus.

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