Caren Miosga und Ingo Zamperoni moderieren die „Tagesthemen“-
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

BerlinDas ARD-interne Ringen um eine Verlängerung der „Tagesthemen“ hat nun endlich ein für alle Parteien glückliches Ende gefunden. Am 31. März beschlossen die Fernsehdirektoren der Landesrundfunkanstalten, dass die Nachrichtensendung vom 7. September an von Montag bis Donnerstag fünf Minuten länger sein wird als bisher. Offiziell mag ein ARD-Sprecher dies noch nicht bestätigen.

Ursprünglich wollten die Intendanten auf Basis eines Papiers der Redaktion von ARD-aktuell – dort werden die „Tageschau“, „Tagesthemen“, das „Nachtmagazin“, Tagesschau24 und Tagessschau.de produziert – einen solchen Beschluss bereits auf ihrer Sitzung vom 12. Februar in Köln absegnen. Doch damals stellte sich ARD-Programmdirektor Volker Herres quer. Er fürchtete, unter einer Verlängerung der „Tagesthemen“ könnten die Quoten der nachfolgenden Programme leiden. Zudem sei unklar, ob es genug attraktive Themen für tägliche Regionalberichte gebe. Folglich fassten die Intendanten zu dem Thema keinen Beschluss, sondern äußerten lediglich den „Wunsch“, die „Tagesthemen“-Ausgaben von Montag bis Donnerstag um fünf Minuten zu verlängern.

Den ARD-Chefredakteuren und ARD-aktuell wurde der Auftrag erteilt, ein neues Konzept zu erarbeiten. Das nun den Fernsehdirektoren präsentierte Papier unterscheidet sich in einigen Details von dem, das vor knapp zwei Monaten den Intendanten vorgelegt wurde. So wurde etwa die Idee fallengelassen, eine Woche lang über ein und dieselbe Region zu berichten.

Neue Rubrik „Tagesthemen Mittendrin“ schon ab Sommer zu sehen

Zudem soll der Block mit Nachrichten aus der Region in der Nachrichtensendung eine eigenständige Rubrik mit dem Titel „Tagesthemen Mittendrin“ bekommen. Die neue Rubrik wird bereits im Sommer, also schon vor der Verlängerung, ab und an in den „Tagesthemen“ zu sehen sein. Regelmäßig wird sie aber erst ab dem 7. September ausgestrahlt werden.

Wie es in Senderkreisen heißt, waren die von Herres problematisierten „Umschaltzeiten“ kein Thema, also die Befürchtung, unter den verlängerten „Tagesthemen“ könnten die Quoten nachfolgender Sendungen leiden. „Die Frage hat sich einfach nicht gestellt“, sagt ein an dem Projekt Beteiligter. „Jeder Programmhinweis löst einen stärkeren Umschaltimpuls aus, als eine um fünf Minuten verlängerte Nachrichtensendung.“ Der zuvor so skeptische ARD-Programmdirektor soll jedenfalls keine weiteren Einwände mehr vorgetragen und der Verlängerung zugestimmt haben.

Gegen eine Verlängerung der Freitagsausgabe der „Tagesthemen“ um 15 Minuten hatte Herres ohnehin nichts gehabt. Sie war bereits im Februar von den ARD-Intendanten beschlossen worden. Allerdings hatte zwischenzeitlich ein Schreiben von ZDF-Intendant Thomas Bellut für Irritationen gesorgt, den störte, dass sich die Freitags-„Tagesthemen“ nun mit seinem „heute-journal“ überschneiden. Sein Sender könne der Verlängerung der ARD-Sendung „nicht zustimmen“. Mittlerweile hat Bellut seinen Widerstand aufgegeben: Offiziell ist seit dem 3. April die Freitagsausgabe der „Tagesthemen“ 30 Minuten lang. Inoffiziell startete die Verlängerung wegen der zahlreichen Nachriten zur Corona-Krise schon drei Wochen vorher.