Berlin - Mist, mein Datenvolumen ist vor der Abreise zu einer kleinen Fahrradtour aufgebraucht, immer dasselbe. Dann müssen eben die anderen die Route, die Gastroempfehlungen und die Öffnungszeiten checken, kurz das Guiding übernehmen, wie wir schick sagen. Ich lasse mein Smartphone tief in die Gepäcktasche plumpsen und gebe den allzeit zufriedenen Follower. Wir sind fünf männliche Hobbyradler um die Fünfzig, die es genießen, am Tag hundert Kilometer abzukurbeln, schön an Flüssen entlang, weil: moderates Höhenprofil.

Viel ist dann abends nicht mehr los, aber wie es sich für das Klischee über Leute wie uns gehört, öffnen wir das eine oder andere Bier und machen sehr viele gute, also schlechte Witze, die unschwer der analen Phase zuzuordnen sind und deshalb unter das Männerausflugsschweigegebot fallen. Wer noch nichts von einem solchen Gebot gehört hat, braucht sich nicht zu wundern, es ist wirksamer als jedes Ärzte- und Beichtgeheimnis. Die Sanktionen sind entsetzlich, und deswegen endet der Artikel hier.

Bitte keine Details und Nachfragen!

Na gut, für die Leserschaft der Berliner Zeitung sei hier eine Ausnahme gemacht: Weil wir diesmal mit Wohnmobilen unterwegs waren, bot sich als Sujet für den Running Gag der Tour die Campingtoilette an. Sie verlangt dem Womohalter extreme Gastfreundschaft ab. Man kann, lernte ich, sehr viel falsch machen, beim Einbauen, Leeren und Wechseln der Kassette, aber auch einfach bei der Benutzung, weswegen die Womogäste lieber verzichteten. Keine weiteren Einzelheiten. Und Nachfragen, zum Beispiel die, was daran lustig sein soll, müssen leider ignoriert werden.

Kaum wieder über das heimatliche Wlan mit dem Internet verbunden, scrolle ich leicht angenervt durch die sozialen Medien. Und was wird mir durch die Timeline gespült, als wäre sie ein Abwasserrohr? Werbung für ein Campingklo! Wie gesagt, ich habe mein Smartphone während der Tour nicht benutzt. Wie also kommt der Inhalt meines abgekoppelten Gehirns ins Internet? Wer hat da heimlich die Kassette entsorgt?