Berlin - 1990 eröffnete das Ende des Staatssozialismus in Europa die historische Chance eines Neubeginns jenseits der Defizite von Plan und Markt, dafür diesseits partizipatorischer Demokratie und internationaler Friedensordnung. Sie blieb ungenutzt. Die Hybris des Westens hat sie verhindert, wie Antje Vollmer brillant belegt. Ihre überzeugende Analyse provoziert dennoch Nachfragen.

Warum hätte das vermeintlich siegreiche System einen Plan haben sollen, wie es weitergeht?  Westlicher Triumphalismus verkannte das Übriggebliebene als das Bewährte, ging mit anmaßender Selbstverständlichkeit davon aus, dass mit dem Versprechen von Freiheit, Demokratie plus Marktwirtschaft der Höhepunkt gesellschaftlicher Entwicklung erreicht sei. Andere Ordnungen würden nichts sehnlicher wünschen, als sich in das westliche Lebensmodell zu integrieren. Besser geht nicht – es sei denn, besser verdienen.

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