Leuchtreklame des Kabarett Theaters Distel in der Friedrichstraße. 
Foto: imago images/Reiner Zensen

BerlinAls Ende 2019 bekannt wurde, dass die Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer allein im Berliner Zentrum Immobilien im Wert von mindestens 150 Millionen Euro gekauft haben, darunter auch den Admiralspalast, gab es besorgte Reaktionen. Nun aber kommt aus der Immobiliensparte der drei Brüder eine erfreuliche Nachricht.

Das Kabarett-Theater Distel und die Admiralspalast-Gesellschaft haben sich auf eine Verlängerung des Mietvertrags im Admiralspalast an der Friedrichstraße verständigt. Die Laufzeit liegt bei 20 Jahren, die Miete beträgt etwa die Hälfte dessen, was hier sonst verlangt wird. In einer Pressemitteilung verkündete die Distel-Geschäftsführerin Astrid Brenk: „Der neue Mietvertrag schafft Bedingungen, die uns zuversichtlich nach vorn schauen lassen. Vielleicht werden wir im Admiralspalast ja noch 100.“ Der Admiralsgesellschafter Alexander Samwer lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich mit dieser Nachricht zu schmücken: „Wir freuen uns, dass wir durch die Unterstützung der Distel im Admiralspalast und durch die langfristige Sicherung des Theaterstandorts einen Beitrag zum Kulturbetrieb in der Hauptstadt leisten können.“

Das alles ist wahr, aber vollständig sind die Informationen nicht. „Es war ein Geben und Nehmen“, sagte Astrid Brenk am Telefon. Gegeben hat die Distel ihre Studioetage mit 140 Quadratmetern und vier Balkonen hin zur Friedrichstraße. Hier konnte sich bisher der Kabarett-Nachwuchs auf einer kleinen Bühne ausprobieren, dort sind auch Büros und der Theaterfundus untergebracht. Diese Etage werden sie nun räumen müssen. Wo sich der Nachwuchs künftig ausprobiert, ist ungewiss. Wer sich hier einmietet, zahlt 40 Euro pro Quadratmeter. Das, was hier so freudig verkündet wurde, beruht also nicht auf reinem Altruismus: Es ist ein Deal.

Einen Tag vor dem 30. Jahrestag der Wiedervereinigung am 2. Oktober geht es übrigens wieder los in der Distel. „Wohin mit Mutti“ heißt das neue, erste Bühnenprogramm nach dem Corona-Lockdown.