Lotte Laserstein: „Selbstporträt vor Abend über Potsdam“, 1930
Potsdam Museum/Lotte Laserstein Nachlass/VG Bildkunst Bonn 2020

Potsdam/Berlin - Viel zu lange war sie fast vergessen, Lotte Laserstein (1898–1993), eine aus Ostpreußen stammende Malerin der „verschollenen Generation“, emanzipierte Vertreterin der „Neuen Frau“ in der Weimarer Republik. Seit Ende der 1980er-Jahre galt sie zumindest unter Kennern als ein Geheimtipp. Sechs Jahre vor ihrem Tod zollten ihr die Londoner Galerien Thomas Agnew & Sons und The Belgrave erstmals öffentlich Anerkennung. Im Jahr 2003 zeigte „Das verborgene Museum“ im Berliner Ephraim Palais eine Retrospektive ihres einzigartigen Oeuvres.

Jetzt bilden Lasersteins Hauptwerke zwischen Berlin – bis zur Flucht vor den Nazis 1937 ihre Wahlheimat – und Potsdam eine Art museales Zwillingspaar ihrer Wiederentdeckung. Noch vor zehn Jahren bekam die Nationalgalerie durch Sponsoren (gerade auch durch die Ernst von Siemens-Stiftung) das Zäsur-Bild „Abend über Potsdam“ von 1930. Letztes Jahr gelang der Berlinischen Galerie über ihren Förderkreis der Ankauf der „Frau mit roter Baskenmütze“ (1931). Und nun nennt das Potsdam Museum – als Forum für Geschichte – das „Selbstporträt vor Abend über Potsdam“, gemalt 1950 in Stockholm, sein Eigen. Dort will man es 2023 in die Dauerschau integrieren. Die Ernst von Siemens Kunststiftung erwarb das Werk aus dem Nachlass eines englischen Sammlers. Bei allen drei Käufen blieb die Summe ungenannt.

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