Berlin - Cruella de Vil ist der Inbegriff des Bösen. Die Schurkin aus „101 Dalmatiner“ – sowohl aus dem Disney-Zeichentrickfilm als auch aus der Realverfilmung mit Glenn Close – hat kein Gewissen. Sie denkt nur an sich, ihr Name ist eine passende Zusammensetzung aus grausam („cruel“) und dem Teufel („devil“). Diesem Namen macht Cruella de Vil alle Ehre, wenn sie etwa hilflose Dalmatiner-Welpen entführen lässt, um sie zu häuten und sich daraus einen neuen Pelzmantel zu kreieren. Dass man nie weiß, warum Cruella so schrecklich ist, macht den Kultstatus ihrer Figur aus. 

Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn es nicht versuchte, über sich oder die Tiefenschichten seiner Helden aufzuklären. Nach Filmen wie „Maleficent“ oder „Joker“ setzt sich dieser Trend jetzt folgerichtig auch mit „Cruella“ fort: Es ist die nicht unbedingt notwendige Entstehungsgeschichte der mörderischen Modeschöpferin. Eine Geschichte eines Kindheitstraumas, ihres Waisendaseins und Werdegangs als Diebin in London. All das entmystifiziert Cruella de Vil und macht aus einer Ikone eine seelenlose Karikatur.

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