BerlinKürzlich erhielten die Führungskräfte der Funke Mediengruppe („Berliner Morgenpost“, „WAZ“, „Hamburger Abendblatt“) ein Schreiben von ganz oben. Die drei Geschäftsführer der Gruppe, Christoph Rüth, Andreas Schoo und Michael Wüller, wollten bei ihren leitenden Angestellten „Auskünfte über etwaige Termine zwischen Mitarbeitern und Mitgliedern des Gesellschafterausschusses“ einholen. Relevant seien alle Termine seit dem 1. Januar 2018. Antworten auf sein „Auskunftsersuchen“ erwartet das Trio spätestens diesen Freitag. Grundlage dieses nicht gerade alltäglichen Begehrens sei im Übrigen § 51a des GmbH-Gesetzes.

Dort steht, dass „die Geschäftsführer (…) jedem Gesellschafter auf Verlangen unverzüglich Auskunft über die Angelegenheiten der Gesellschaft zu geben“ haben. Das heißt, Rüth, Schoo und Wüller versuchen auf Veranlassung eines oder mehrerer Gesellschafter herauszufinden, welcher Anteilseigner wann worüber mit welcher Führungskraft gesprochen hat. Dieses höchst seltsame Vorgehen deutet auf einen massiven Zwist im Gesellschafterkreis hin. Denn wären sich die Besitzer des Medienhauses einig, benötigten sie nicht die Hilfe der Geschäftsführung, um herauszubekommen, wer wann wen traf. Sie könnten es sich einfach gegenseitig erzählen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.