BerlinZwischen den Jahren gab es in der Berliner Musikszene vor allem ein Thema: die Absetzung von Wolfgang Doebelings traditionsreicher Sendung „Roots“ bei der RBB-Hörfunkwelle Radioeins. Ihre letzte Ausgabe lief am 27. Dezember. Und in ihr machte DJ Doeberling deutlich, dass er sich keineswegs aus freien Stücken zurückzog. Er sprach von einem „unfreiwilligen Ruhestand“ und vom „hörbar abwärtsgehenden Niveau des Musikangebots“. Die kritischsten Passagen seiner Abschiedssendung habe der RBB gar nicht gesendet, schrieb Doebeling später im Forum der Musikzeitschrift Rolling Stone.

Bei manchem Hörer stieß die Absetzung auf Widerstand. „Roots“-Fans starteten eine Onlinepetition. Mit der Sendung, die seit 1987 auf Sendung war, sei „eine einzigartige Plattform abgeschafft“ worden, „die einem Teil der Musiklandschaft ein Forum gab, das bei genauem Hinschauen in diesem Land sonst gar nicht existiert“, schrieb das Stadtmagazin Tip. Tatsächlich dürfte es im deutschen Radio nichts Vergleichbares zu Doebelings Mischung kaum bekannter Country-, Soul-, Bluegrass-, Rock-'n'-Roll- oder Jazzstücke geben, für die er ausschließlich auf Vinyl-Schallplatten zurückgriff.

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