Köln - Auch wenn ihr Produkt bereits bundesweit in vielen Läden angeboten wird, die Jury bei der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ konnten die Kölner Geschäftsführer Max Scharpenack und Co-Investor Elvir Omerbegovic am Dienstagabend mit „Suckit“ nicht überzeugen. Ihr Cocktaileis mit dem frivolen Namen heimste zwar einiges an Lob von den „Löwen“ ein – investieren wollte letztlich jedoch niemand.

Obwohl man mit dem Longdrink zum Selbereinfrieren laut Jochen Schweitzer „richtig Geld verdienen“ könne, gaben er und seine Jury-Kollegen Frank Thelen, Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer an, keine großen Alkohol-Konsumenten zu sein und sahen deswegen von einem Deal ab. Auch die einzige Frau in der Runde, Judith Williams, äußerte, dass sie „nie in Alkohol investieren“ würde.

Park-App-Unternehmer schlagen Rekord-Angebot aus

Ihre Stadt-Kollegen von Marik Hermann, Sven Lackinger, Maximilian Messing und Tobias Weiper verließen die Bühne ebenfalls ohne Pitch. Die vier Ex-Kommilitonen haben die Parkkarte „evopark“ gegründet, die bereits in Düsseldorf und Koblenz getestet wurde: Auf einer über das Smartphone abrufbaren interaktiven Karte werden registrierten Nutzern freie Plätze im nächsten Parkhaus angezeigt.

Damit soll nicht nur ein stressfreies Parken gewährleistet werden. Darüber hinaus erspart man sich das Ziehen eines Tickets, denn die Parkkarte wird über ein Antennensystem per Funk erkannt. Dank kooperierender Geschäftspartner in den Städten können die Parkgebühren gering gehalten werden. Was nicht durch gedeckt werden kann, wird am Monatsende per Rechnung bezahlt.

Die „Löwen“ lobten den starken Auftritt, sahen die Effizienz und das enorme Potenzial der Park-App – Schweitzer, Dümmel und Williams stiegen aus verschiedenen Gründen trotzdem aus. Maschmeyer und Thelen boten letztlich 1,5 Millionen Euro für 25,1 Prozent ihrer Unternehmensanteile – und damit ein Mitspracherecht bei der Entscheidungsfindung. Dies erwiderten die Gründer, die anderthalb Millionen Euro für 15 Prozent gefordert hatten, mit einem Gegengebot – daraufhin scheiterte der Deal. Es wäre der höchste in der Geschichte von „Die Höhle der Löwen“ gewesen.

Dümmel investiert als einziger Löwe

Am Ende war Ralf Dümmel der einzige „Löwe“, der in der Sendung investierte: 75.000 Euro versprach er für 15 Prozent der Unternehmensanteile an „Pannenfächer“, einem auf Dach installierbaren Hinweisschild bei Autopannen. Die Idee stellte Richard Kaulartz mit einem Teil seiner Familie und zwei weiteren Freunden vor und konnte den Geschäftsmann überzeugen. „Ich glaube, dass es einen riesigen Markt gibt“, erklärte Dümmel.

Ebenso investierte er 200.000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile des Österreichers Stefan Ponsold „Sunny Bag“. Ponsold erfand unter anderem Taschen mit integrierten Solarpaneelen, die die Sonnenenergie in einem Akku speichern können.

„Kommen sie zurück auf die Erde“

Leer gingen unterdessen die Ideen der anderen Mitstreiter aus: Das Start-Up-Unternehmen „Begleiteter Autokauf mit Onkel Wolle“ von den Gründern Katja und Markus Lambricht sowie Gianna Guardabasso, welches Nutzer mit einem Netzwerk beim Gebrauchswagenkauf unterstützen möchte, kam gar nicht gut an. „Kommen sie aus dem Gründerhimmel zurück auf die Erde. Diese Illusion kann zu einer Halluzination führen“, meinte Maschmeyer.

Auch Stefanie Hofbauer und Thomas Steinbach aus Österreich konnten mit ihrem chemiefreien, natürlichen, selbstgemachten Hundefutter „Oscar und Trudie“ nicht punkten, weil diese „tolle Idee“ (Judith Williams) nicht wirklich internationalisierbar sei. (kop)