Berlin - Es war der kulturpolitische Paukenschlag des vergangenen Jahres: Eine Kommission des Wissenschaftsrats schlug nach zweieinhalb Jahren Recherche und Befragungen vor, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu zerlegen. Sie sei unmodern, unbeweglich, ineffizient, die Abteilungen dürften zu wenig selbst entscheiden, die Hauptverwaltung unter Präsident Hermann Parzinger sei viel zu mächtig, die vielen Gremien blockierten sich gegenseitig. Schon bei der Vorstellung des Papiers im letzten Juli versuchten Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die im Bund für die Preußen-Stiftung zuständig ist, und Hermann Parzinger, die Radikalität des von ihnen selbst bestellten Gutachtens abzuschwächen. Es ginge nur um eine „Reform“, nicht um die „Zerschlagung“.

Grütters und Parzinger bildeten also eine „Reform-Kommission“ aus sich selbst, aus dem Verwaltungschef der Stiftung, der Vorsitzenden des Gutachter-Gremiums und jeweils dem Direktor, der Direktorin, über deren Institution verhandelt wird. Gestern nun gab Grütters nach einer Sitzung dieser Reform-Kommission kaum noch überraschend bekannt, die Stiftung werde nicht zerschlagen, Bibliotheken, Archive, Institute und die 15 Museen sollten aber „grundlegend neu aufgestellt“ werden, so Grütters, „mehr Autonomie, insbesondere in Personal- und Budgetfragen“ erhalten.

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