Peter Sloterdijk schaut nach vorn und begrüßt die Corona-Pandemie als Demokratiekunde.
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Peter Sloterdijk (73) stattet die Corona-Pandemie mit philosophischen und staatspolitischen Weihen aus. Wir wollen das nach all den persönlichen Betroffenheits- und Befindlichkeitsmeldungen mehr oder weniger prominenter Menschen in den letzten Monaten sofort als willkommene Abwechslung verbuchen. Nun, der mittlerweile emeritierte Philosoph aus Karlsruhe gab der österreichischen Nachrichtenagentur APA jetzt die folgende Überlegung zu Protokoll: Der Versuch der Eindämmung der Pandemie sei eine ungeheure Demonstration der Handlungsfähigkeit des Staates gewesen, den wir zuvor doch nur noch als eine von Sachzwängen getriebene Veranstaltung wahrgenommen hätten.

Wie konnte das passieren? Mit einem Trick, weiß Sloterdijk: „Früher haben wir gesagt: Wir können uns nichts leisten, das wir nicht auch bezahlen können. Heute können wir alles bezahlen – mit Scheingeld. Wir haben die Realität ausgetrickst.“ Wir fügen hinzu: Das ist die hohe, lange Zeit als fiskalische Todsünde verpönte Kunst der Verschuldung. Nicht genug damit, sei der Lockdown auch eine gute Lektion gewesen, so Sloterdijk weiter, eine Machtprobe des scheinbar sanften postmodernen Verwaltungsstaates. „Wir haben einen zehnwöchigen sanitären Staatsstreich in den Knochen. Staatsstreich insofern, als Notstandsmaßnahmen verfügt worden sind, wie sie zu einem Ausnahmezustand gehören.“

Da ist er wieder, der berühmt-berüchtigte Sloterdijk-Sound mit seinem wohlkalkulierten Skandalzauber. Alles gut, schließlich lobt der Mann, dass es für viele Bürger im Westen eine heilsame Erfahrung gewesen sei, zu sehen, dass der Staat nicht nur als oberster Garant der Steuereintreibung funktioniert. „Ich glaube, das ist gar nicht so schlecht, weil es eine Lektion in Demokratiekunde enthält.“ Bei allen gedanklichen Höhenflügen behält der Philosoph allerdings unser aller Lebenswelt fest im Blick. Denn als Anhaltspunkt für die Normalität sieht er unser Konsumverhalten: „Volle Normalisierung tritt erst ein, wenn die Leute wieder in der Stimmung sind, in der sie Überflüssiges kaufen.“

Beavis (40) und Butt-Head (40) kennen sich mit Überflüssigem aus, das Sinn- und Ziellose ist ihr Metier, Verschwendung und Vergeblichkeit ihr Motto. Die beiden Heavy-Metal-Dumpfbacken aus der nach ihnen benannten Erfolgs-Zeichentrickserie sind uns in bester Erinnerung und bald zurück auf den Bildschirmen: Der verantwortliche US-Sender Comedy Central habe zwei neue Staffeln bestellt, berichtete jetzt der Hollywood Reporter. „Es hat sich wie die richtige Zeit angefühlt, wieder blöd zu werden“, sagte Mike Judge (57), der Erfinder von „Beavis and Butt-Head“, dem Branchenblatt. Dem Vernehmen nach wird er den beiden Knalltüten auch wieder seine Stimme leihen.

Damit wäre dann auch der analfixierte Humor aus längst vergangenen Zeiten zurück. Die Zeichentrickserie über zwei Freunde – hässliche, dumme, verfressene, gleichgültige, rücksichtslose und sexsüchtige Antitypen – war ursprünglich in den 90er-Jahren beim Musiksender MTV gelaufen und weltweit bekannt geworden. Eine bis zur letzten Konsequenz ausgereizte Form des American Way of Life.

Prinz Harry (35) versucht zu retten, was noch zu retten ist. Nach Wochen der Proteste gegen Rassismus auf der ganzen Welt hat sich der britische Royal zu dem Thema geäußert: „Institutionalisierter Rassismus hat keinen Platz in unseren Gesellschaften.“ Dies erklärte er in einer Videobotschaft zur Verleihung der nach seiner Mutter benannten Diana Awards, die auf Instagram zu sehen war. Stellvertretend für seine Generation entschuldigte er sich, nicht genug gegen Ungerechtigkeiten getan zu haben. „Es tut mir leid, dass wir die Welt nicht zu dem gemacht haben, was ihr verdient“, sagte Harry an die Preisträger gewandt.

Mit dem Preis, der am Geburtstag Prinzessin Dianas vergeben wird, werden junge Menschen ausgezeichnet, die sich für andere einsetzen und damit einen positiven Wandel herbeiführen. Diana wäre am Mittwoch 59 Jahre alt geworden. Sie starb bei einem Autounfall in Paris im Jahr 1997. Harry und seine Frau Meghan (38) haben sich seit dem Frühjahr aus dem engeren Kreis der Royals zurückgezogen. Das Paar lebt inzwischen mit dem einjährigen Sohn Archie in der US-Westküstenmetropole Los Angeles.