Das Neue Museum zwischen den Säulen der James-Simon-Galerie.
Foto: dpa/Soeren Stache

BerlinEin Paukenschlag ist es nur für diejenigen, die in den zurückliegenden zwei Jahren eines der ambitioniertesten Vorhaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters als vollmundige Ankündigung betrachtet haben. Mit dem Auftrag, die Organisationsstruktur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen, war klar, dass dies der Startschuss für einen schwierigen, aber notwendigen Umbau des größten deutschen Kulturtankers war. 

Nach der Auflösung Preußens im Jahre 1947 war die SPK gewissermaßen der Restposten eines verhängnisvoll gescheiterten Staatsgebildes, dessen kulturelles Erbe in Form von vielen Einzelinstitutionen erhalten werden konnte. Der Verbund von 15 Museen, einer Staatsbibliothek, dem Geheimen Staatsarchiv und diversen Forschungseinrichtungen machte es selbst Kennern der Szene mitunter schwer, den Überblick zu behalten.

Ganz in diesem Sinne ist ein Gutachten des Wissenschaftsrates nun offenbar zu dem Ergebnis gekommen, dass der bisherige Aufbau der SPK dysfunktional sei und eine strukturelle Überforderung darstelle. Darauf hätte man vermutlich auch schon früher kommen können.

Die Häuser der SPK sind aber nicht nur Aufbewahrungsstätten für Kunst. Vielmehr befinden sich darunter einige der großartigsten Einrichtungen der internationalen Museumswelt, die trotz enormer Konkurrenz große Besucherzahlen anlocken. Wer nun danach fragt, welche Neuerungen sich für Kulturfreunde und Museumsbesucher ergeben, wird sich gedulden müssen.

Eine radikale Neugliederung wirft neue Fragen auf, nicht zuletzt hinsichtlich der Finanzierung der kostspieligen Kunsttempel, die insbesondere in der Corona-Krise davon abgeschnitten waren, einen eigenen Beitrag zu erbringen. Auch für die Renovierung der Preußenstiftung gilt Karl Valentins Satz: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.