Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper, steht im leeren Theatersaal. Er fühle sich wie ein Pferd im Stall, das endlich wieder laufen will.
Foto: Paulus Ponizak/Berliner Zeitung 

Berlin - Auch die neue Sars-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats, die die Eindämmungsmaßnahmenverordnung ablöst, verbietet das Chorsingen in geschlossenen Räumen und hebt die Abstandsregeln auf der Bühne und im Saal nicht auf. Nun wissen die Opernintendanten fürs Erste, woran sie sind, wenn sie ihre personalintensiven Kulturtanker in die nächste Saison steuern möchten.

Die Staatsoper Unter den Linden etwa kann unter diesen Umständen nur 375 Zuhörer in ihren Großen Saal lassen, in den Alten Orchesterprobensaal sogar nur 20. Das Haus rechnet aufgrund der begrenzten Auslastung im August und September bereits mit Einnahmeverlusten von 1,4 Millionen Euro, die Verluste der zu Ende gehenden Spielzeit werden auf 5,7 Millionen geschätzt. Die erste Opernproduktion am 13. September wird daher auch nicht Verdis „Troubadour“ sein mit seinen Zigeunerchören, sondern die chorlose „Ariadne auf Naxos“ in der Inszenierung von Hans Neuenfels, deren Orchester so sparsam besetzt ist, dass man im Graben auf Lücke sitzen kann. Die erste Premiere wird die Uraufführung von „Walk the Walk“ des dänischen Zeitgenossen Simon Steen-Andersen sein: Das Stück sieht als Besetzung vier Schlagzeuger vor und keine Sänger – als wäre es für die Krise geschrieben.

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