Venedig - Die Menschheit vermüllt wider besseres Wissen weiter ihre so herrlich blau ins All strahlende Heimat. Sogar um den Planeten herum fliegt inzwischen eine Halde aus Raketen- und Satellitenschrott, der ab und zu mal irgendwo ins Meer oder in eine Wüste stürzt. Dort sei das ja nicht so schlimm, kaum jemand fragt, was der Müll aus dem Weltall an diesem Irgendwo anrichtet. Es sei denn – die Debatte um abstürzende Teile chinesischer Satelliten zeigte das deutlich – Menschen und Städte in den mächtigen Staaten des Nordens sind möglicherweise gefährdet.

Die Frage „Wie wollen wir leben?”, das Motto der Architekturbiennale in Venedig, ist  falsch gestellt. Längst müsste sie lauten: Wie wollen wir als Menschen überleben? Die in Utopien und von manch einem Multimilliardär gepriesene Auswanderung ins All oder wenigstens auf den Mond, wie ihn das amerikanische Architekturbüro Scidmore, Owen und Merryl als Dorf aus bienenkorbgleichen Wohnelementen vorschlägt, ist keine Alternative: Menschen sind auf eine winzige ökologische Nische hin angepasst, die sie nur unter Todesgefahr verlassen können. Also werden wir uns arrangieren müssen – eine politische Angelegenheit.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.