Ibrahim Al-Khalil, Ali Khalil, Marcel Andree und Konstantin-Philippe Benedikt bei der Premiere des Kinofilms „Die Rüden“ im Filmtheater am Friedrichshain in Berlin am 18. August 2020.
Foto: imago images/Frederic Kern

Berlin - Rüden, das sind männliche Hunde, klar. Rüde können auch Umgangsformen sein. Und eben die sind das verbindende Glied zwischen den drei Kötern und den vier Strafgefangenen, die in „Die Rüden“ von der Filmemacherin Connie Walther aufs Experimentierfeld geschickt werden. Genauer, in eine Art Arena in einem Verlies, anmutend wie ein Kampfplatz für Gladiatoren; ein Rund aus schroffem Beton, in dem die Rüden und die Rüden einander umrunden und belauern. Vorzugsweise ausfällig werden dabei die Hunde, irreparabel beschädigte Aggressionsbomben aus Muskeln, Knurren und Kläffen, gefletschten Zähnen, Geifer und krachendem Gebiss.

Wie Rumpelstilzchen springen die in der Mitte des Raums Angeketteten im Kreis herum, reißen an der Leine, trachten danach, die jungen Männer in ihren blauen Overalls zu zerfetzen. Die wiederum sind allesamt Gewaltverbrecher und nehmen teil an einer therapeutischen Maßnahme, die mit Haftverkürzung lockt. Aufgabe ist es, etwas herauszufinden über aggressives Potenzial, Reiz-Reaktionsmuster, instinktives Verhalten und Manipulation. Die unbeherrschten Hunde sollen die unbeherrschten Männer etwas lehren über Kontrolle und deren Verlust.

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