Siegen und Gründen – die Parole aus Hector Berlioz’ Oper „Die Trojaner“ gehört zum Kern des klanggewordenen Mythos der französischen Nation, die sich seit der Revolution als das wiedergeborene Rom verstanden hat. Eine Oper mit hochenergetischen Turbulenzen aus Hass und Liebe, Vorsicht und Opfermut. Überformt vom Sog schicksalhafter Erfüllung einer großen Idee: „Roma, Roma!“, singt die verlassene und sterbende Dido, und das weiterziehende Häuflein der Trojaner wird ein mächtiges Volk werden. Gegenüber dem Furor und Pathos dieser 1858 vollendeten Oper nimmt sich Richard Wagners deutscher Nachzügler der „Meistersinger von Nürnberg“ fast wie ein Schäferidyll aus.

In Darmstadt zeigt sich Trojas Untergang als wüstes Land einer dampfenden Opferstätte. Heinz Balthes’ Können im Schaffen von rauchenden Topografien, von Räumen und Skulpturen aus Rauch wirkt hier weit über eine Stunde lang als riesige, expressive Fumagerie, die in Verbindung mit fahlem Weiß- und Graulicht zwischen und über den an Stonehenge-Stelen und Grabsteine erinnernden Trümmern fesselt.

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