Madrid/Mejorada del Campo - In einer Ecke des Hauptschiffes der Kathedrale von Justo Gallego zertrümmert Ángel López ein Bidet. „Das haben sie neulich vorbeigebracht, als ich nicht hier war“, erzählt López später. „Manchmal bringen sie mir Sachen, die ich nicht brauchen kann.“ Jetzt sitzt er auf einem abgewetzten Sessel und gähnt. Er hat nicht viel geschlafen. „Ich komme nicht zur Ruhe. Nachts muss ich mich um Justo kümmern. ‚Ángel, ich kann nicht atmen, Ángel ich ersticke.‘ Dann stehe ich auf und helfe ihm.“

Ángel López ist der Erbe von Justo Gallego, sein Pfleger, sein Bauleiter, sein Apostel. Er will das Werk zu Ende führen, das Gallego vor 60 Jahren begonnen hat: den Bau einer Kirche in Gallegos Heimatdorf Mejorada del Campo, einem Vorort von Madrid. Der Auftrag war ein himmlischer, kein irdischer. Ohne Plan, ohne Genehmigung und ohne technische Kenntnisse machte sich Gallego 1961 an die Arbeit. Er arbeitete von früh bis spät, alle Tage, mit allem, was er fand, was er erbettelte und was man ihm schenkte.

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