Das Cover der Originalausgabe und die Autorin Suzanne Collins. 
Foto: AP/Todd Plitt

BerlinDie Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch, wie bei „Harry Potter“ ab dem vierten Band der magische Zirkus in die Wirklichkeit übergriff und auch erwachsene Menschen in Umhängen und mit Zauberstäben mitternachts vor der Buchhandlung anstanden, um unter den ersten zu sein, die wussten, wie es weiterging. Das war im Jahr 2000.  In der Zwischenzeit haben wir uns daran gewöhnt, dass Eltern und Kinder mitunter die gleichen Bücher lesen. 

Also aufgepasst: Am Dienstag um sechs Uhr früh (ursprünglich hieß es um null Uhr, aber das wurde ganz kurzfristig verschoben, vielleicht, damit es auch in den USA schon 19. Mai ist, denn es ist eine weltweite Premiere in mehreren Sprachen) kommt der vierte Band von „Tribute von Panem“ heraus. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Fortsetzung der dystopischen Trilogie von Suzanne Collins, sondern um die Vorgeschichte.

Die ersten drei Bände von „The Hunger Games“, wie der amerikanische Originaltitel lautet, erschienen 2009 bis 2011 und wurden in der deutschen Übersetzung von Sylke Hachmeister und Peter Klöss 4,7 Millionen Mal verkauft. Die erfolgreiche Verfilmung mit Jennifer Lawrence in vier Folgen hat der Bekanntheit sicher nicht geschadet. Es ist aber auch wirklich eine geradezu infam gut erdachte Liebesgeschichte, die in einer dekadenten Medien-Diktatur spielt, die auf Ausbeutung und der jährlichen Bedrohung zynischer Gladiatorenspiele unter Jugendlichen beruht.

Das Cover der deutschen Ausgabe.
Foto: Oetinger-Verlag

Das neue Buch, aus dem im Januar schon ein paar Seiten veröffentlicht wurden, erzählt interessanterweise die Geschichte des Bösewichts als junger Mann. Der spätere Präsident Snow hatte die mörderischen „Hungerspiele“ (in denen Motive aus Koshun Takamis ebenfalls verfilmtem Roman „Battle Royale“ von 1999 anklingen) nicht erfunden, aber zu dem grotesken Spektakel verfeinert, das die Trilogie beschreibt. Warum wohl? Aus Lust oder aus Not heraus? Wir werden es erfahren. 

Zeitgleich mit dem Buch erscheint eine ungekürzte Hörbuchfassung, gelesen von Uve Teschner, und zu einer sehr frühen Frühstückszeit, eben um sechs Uhr, wird Teschner die Fans über den YouTube- und den Instagramkanal des Oetinger-Verlags  mit einer Lesung empfangen. Vergessen Sie nicht, sich dazu Ihre goldene Spotttölpel-Brosche an den Schlafanzug zu heften!