Irina Amargianaki in ihrer Charlottenburger Wohnung.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinDass ein noch wenig bekannter Komponist zu einem berühmten Dirigenten geht und seine Partituren zeigt, mag im 19. Jahrhundert ein möglicher Weg gewesen sein, um mit gehörigem Glück ein Werk zur Aufführung zu bringen. Heute haben sich die Institutionen innerhalb der Musik weit voneinander entfernt: Das Komponieren findet an den Hochschulen statt, Kontakte werden von dort aus innerhalb der Szene gesponnen, das persönliche Fortkommen geschieht über Wettbewerbe und Festival-Aufträge, Verbindungen zu den Protagonisten des Luxus-Musiklebens gibt es praktisch keine.

Die Komponistin Irini Amagiarnaki indes hat eine Verbindung erkannt und mit Erfolg genutzt. Seit einigen Jahren schon arbeitet sie in der Notenbibliothek der Staatsoper Unter den Linden, zu ihren Aufgaben gehört das Übertragen von Einzeichnungen aus der Partitur des Dirigenten in das Notenmaterial des Orchesters: Strichanweisungen, Akzente und vieles mehr. Eines Tages musste sie zusammen mit zwei Korrepetitoren mit dem Generalmusikdirektor des Hauses über Sprünge in „Macbeth“ sprechen und erwähnte dabei, dass sie Komponistin sei. Barenboim forderte sie auf, ihr einmal etwas zu zeigen. Er war so angetan und interessiert, dass er Irini Amargianaki später einen Kontakt zu Jörg Widmann herstellte, der ihre Arbeit an einem neuen Stück begleitete.

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